17 September 2009

Auf dem Weg zu vergleichbaren Hackschnitzelpreisen

Maschinenring-Tochter MEP: "Markt äußerst instabil mit massiven Preisausschlägen"

“Die Preise für Biomasse-Brennstoffe müssen besser vergleichbar sein”, fordert Torben Schierbecker, neuer Mitarbeiter der Maschinenring Energiepool GmbH & Co. KG (MEP), einer Tochtergesellschaft der Maschinenringe Schleswig-Holstein. Die MEP hat sich zum Ziel gesetzt, vergleichbare Preise mit einheitlichen Bezügen auf dem Biomasse-Markt im nördlichsten Bundesland zu etablieren.

In der Praxis sind die ungenauen Volumenangaben mit nicht definierten Wasser- und Fremdstoffgehalten immer noch häufig. Das verwirre die Kunden und behindere eine gerechte Preisbildung, bemängelt Torben Schierbecker. Die MEP strebe grundsätzlich den Bezug von Brennstoffeigenschaften und Mengenangaben auf die Masse in Tonnen verbunden mit dem Feuchtegehalt an. Auch die Definition von Qualitäten sei für ihn als Biomasse-Händler für klare Haftungsübergänge wichtig. Neben dem Feuchtegehalt sollte zumindest der Anteil an Überlängen, an organischen und mineralischen Beimengungen sowie der Rindenanteil angegeben werden. Diese Transparenz von Preis und Qualität sei auf Dauer unverzichtbar, um neue Kunden zu gewinnen.

Insgesamt beschreibt Torben Schierbecker den Markt für Biomasse-Brennstoffe als äußerst instabil mit massiven Ausschlägen. Im unsteten Wechsel sei mal viel zu viel und mal viel zu wenig Ware auf dem Markt. Eigentlich habe sich noch kein echter Markt etabliert, auf dem sich Angebot und Nachfrage kontinuierlich treffen und eine echte Preisbildung stattfindet. Der Fachmann für Biomasse-Handel sieht hier eine Aufgabe der Maschinenringe und der MEP, die eine Netzwerk- oder Börsenfunktion für Biomasse übernehmen.

“Holz medium dry”
Wenn Holzhackschnitzel mit Biogas-Abwärme getrocknet werden, wird der Brennstoff aufgewertet und der Anlagenbetrieber bekommt eine höhere Strom-Einspeisevergütung. Ein Win-win-Modell, das die Maschinenringe Schleswig-Holstein vielerorts betreiben. Die Aktivitäten der Ringe vor Ort werden über die landesweit agierende MEP GmbH & Co. KG vernetzt.

“Wir trocknen die Hackschnitzel auf eine Restfeuchte von 15-20%. Darunter kann es zu Problemen mit Funkenflug im Kessel kommen”, erklärt Torben Schierbecker. Die Kunden für die getrocknete Ware sind vorwiegend die Betreiber kleinerer und mittlerer Heizungsanlagen zwischen 50 und 300 kW. Der neue Brennstoff stehe allerdings in direkter Konkurrenz zu Holzpellets in günstigen Industrie-Qualitäten, schränkt Torben Schierbecker ein. Besonders bei kurzen Transportwegen und geringem Umladeaufwand zeigen sich die Holzhackschnitzel aus der Region als konkurrenzfähig. Jeder Umladevorgang und jeder Transport-Kilometer verringere jedoch die Vorzüglichkeit der Hackschnitzel. Es gebe allerdings eine gewisse Kopplung der Brennstoff-Preise, weil die Energie für die Pelletproduktion überwiegend aus Holzhackschnitzeln gewonnen werde, so Schierbecker weiter.

Maschinenring-Mitglieder trocknen als Dienstleistung
Stefan Hingst betreibt gemeinsam mit einem Berufskollegen eine Biogas-Anlage in Honigsee südlich von Kiel. Als Mitglied des Maschinenring Mittelholstein trocknet er Holzhackschnitzel im Auftrag der MEP als Dienstleister. Die Landwirte haben in eine Trommeltrocknungsanlage investiert und stellen die Überfahrwaage und den Radlader für die Brennstoff-Logistik zur Verfügung. Die Abrechnung erfolgt auf Basis der Frischmasse und einer Feuchtebestimmung. Das Gros der Abwärme der zwei 500 kWel -Gasmotoren wird allerdings in ein Nahwärmenetz einer Genossenschaft von Einwohnern der Gemeinde Honigsee eingespeist.

Die Maschinenringe Husum-Eiderstedt, Lübeck-Eutin-Süd, Mittelholstein und Südholstein arbeiten jedoch auch nach anderen Modellen mit Biogasanlagen zusammen. Teilweise wird die feuchte Ware verkauft und getrocknete Ware entsprechend der Nachfrage wieder zurückgekauft. Auf ca. 10 € je Tonne Trockenmasse beziffert Thorben Schierbecker die Kosten für die Trocknung der Hackschnitzel inklusive zusätzliche Umschlagskosten. Die trockene Ware mit 15 bis 20% Restfeuchte koste also rund 80 bis 100 € pro Tonne je nach Qualität zzgl. Fracht. Der Heizwert von frischem Knickholz mit 50% Wassergehalt liegt bei 2,2 bis 2,5 MWh je Tonne Frischmasse, während die getrocknete Qualität mit etwa 3,8 bis 4,3 MWh deutlich darüber liegt.

Source: Bundesverband der Maschinenringe e.V., 2009-08-25

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