17 April 2001

Angermünder Matten – Hanf soll mit in die neue Fertigungslinie

Neue Technologien und Forschungsaufträge sind Hoffnungsträger der Angermünder Matten GmbH & Co KG, um dem Unternehmen nachhaltiger zum Zugang auf den deutschen und europäischen Markt zu verhelfen. Forschungsarbeiten mit Universitäten tragen künftig dazu bei, sowohl die Gebrauchseigenschaften als auch eine optimale Konfektionierung der Geo- und Agrartextilien gewährleisten. Der Aufbau einer komplett neuen Fertigungslinie soll die Einsatzmöglichkeiten der Erosionsschutzmatten für den Straßen- und Landschaftsbau in Zukunft vielfältiger gestalten. “Neben Stroh und Heu lässt sich aus den Faserrohstoffen Hanf und Leinen noch viel mehr auf diesem Sektor machen”, so Geschäftsführer Manfred Nitschmann.

Optimistisch hat die Firma aus der Uckermark eine führende Rolle auf dem französischen Markt anvisiert – bis zu 15% der gesamten Produktion gehen bereits ins Ausland. “Bei den Franzosen findet gerade ein Umdenkungsprozess statt”, meint Nitschmann, “hin zur Natur, grüne Wände statt Beton.” Deutschland hingegen setzt auf harte Kalkulation, wie eine gescheiterte Auftragsausschreibung beim Bau des Autobahnkreuzes Uckermark zeigte. Statt wie ursprünglich geplant für die Begrünung 72.000 Quadratmeter Kokosnetze einzusetzen, wurde dem so genannten “Anspritzverfahren” aus Kostengründen der Vorzug gegeben. Obwohl Nitschmann sich für eine Kombination beider Verfahren stark machte, erhielt seine Firma keinen Auftrag.

In den kommenden Jahren setzt Nitschmann mit seinem Sieben-Personen-Betrieb, der seit vergangenem Jahr schwarze Zahlen schreibt, auf die Zusammenarbeit zwischen Ost und West. Speziell Polen mit seiner entwicklungsbedürftigen Infrastruktur sieht er als Investitionsregion, auch wenn Messeauftritte bisher nur zögerlichen Erfolg brachten. Aber das sieht Nitschmann lediglich als Frage der Zeit: “Insofern ist der Standort Angermünde hoch interessant.” Wichtig ist vor allem über die angestrebte Kooperation der effektiver zu gestaltende Einkauf, der Transport und die Qualitätsleitlinien.

In Deutschland produzieren nur drei Anlagen organische Erosionsschutzmatten, zwei im niedersächsischen Twistringen und Angermünder Matten in der Uckermark.

Autorin: Marion Kupfer (nova)
Endredaktion: Michael Karus (nova)
Quelle: moz.de vom 17.04.2001.

Source: moz.de vom 17.04.2001.

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