25 Februar 2005

Anbaumethodik von Färberpflanzen

Projektskizze: Durchwurzelungsvermögen von Krapp

Gefördert vom Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft;
Projektträger Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V.; FKZ: 22020703

Detailliertere Untersuchungen zum Durchwurzelungsvermögen von Krapp (Rubia tinctorum L.) sind für das Abschätzen der Wasserstressresistenz und des Einflusses auf das Bodengefüge im Vergleich zu bekannten Größen anderer Kulturen auf sandigen Standorten wünschenswert.

Im November 2004 erfolgten die Probenahmen deren Aufbereitung und Auswertung (vgl. Übersicht 1).

Übersicht 1:

Tabelle

Ergebnisse

Die Untersuchungen zeigen, dass ca. 80% der Wurzelmasse im Bearbeitungs-/ Erntehorizont bis zu 30 cm vorhanden sind. Der Wurzelkopf weist den höchsten Anteil (ca. 30%) der Gesamtwurzelmasse auf. Generell wurden in diesem Versuch mit der Beprobung bis zu einer Tiefe von 1 m Krappwurzeln nachgewiesen. Aus einem Vorgängerprojekt ist bekannt, dass auch in Bodentiefen ] 1 m Krappwurzeln vorhanden sind (1). Dabei nimmt die Wurzelmasse der Pflanze in den tieferen Bodenschichten deutlich ab.

Die Fraktion mit dem stärkstem Durchmesser (]4 mm) weist die höchsten Trockenmassen insbesondere in den oberen Bodenschichten (0-20 cm) auf. In den unteren Bodenschichten waren zum Teil die Wurzelmassen der mittleren Fraktion (70-80 cm) bzw. der feineren Fraktion (80-90 cm) dominierend. Der Anteil der Wurzeln in den einzelnen Fraktionen könnten unterschiedliche Gehalte an Inhaltsstoffen (insbesondere der Anthrachinone) verursachen (4). Die dazu noch ausstehenden Inhaltstoffanalysen sind unter diesem Aspekt zu berücksichtigen.
Werden die Trockenmasseerträge des Wurzelkopfes (? ca. 11 g) sowie der Wurzelmasse (? ca. 28 g) für die Tiefe bis zu 1 Meter und die reale Flächengröße der Bodenentnahme extrapoliert auf die Flächeneinheit von 1 ha sind Werte für Wurzelmassen kalkulierbar, die über denen von Luzerne und Rotklee liegen. Selbst wenn der Wurzelkopf nicht berücksichtigt wird, sind 60 bis 80 dt/ha Krappwurzelmasse mit Werten der Wurzelmasse von Luzerne vergleichbar (2; 3). Ähnliche Wurzelmassen wurden in einer anderen Krappversuchsanlage am Standort Güterfelde bereits im Jahr 2003 ermittelt.

Fazit: Als Ergebnis zur Feststellung der Wurzelmasseanteile in verschiedenen Bodentiefen kann die Beerntung in einer Tiefe von 25 bis 30 cm als erstrebenswert angesehen werden. Die nachgewiesene Durchwurzelung in der Tiefe von 1 m und darüber hinaus kann als positiver Einfluss auf die Wasserversorgung des Krapps, der Verbesserung des Bodengefüges und der Bodenfruchtbarkeit gelten. Inhaltsstoffanalysen der einzelnen Fraktionen sind durchzuführen, um die Bedeutung der Wurzelstärken zu eichen. Nach bisherigem Kenntnisstand ist der Wurzelmasseertrag (Durchwurzelungsvermögen) der Kultur Krapp dem Niveau der Luzernewurzeln vergleichbar. Weitere Untersuchungen auf Praxisflächen sind zur Vertiefung der Erkenntnisse vorgesehen.

Quellen:
(1) Adam, L. und Dittmann, Bärbel:
Anbauversuche zu Färber-Resede und Krapp in Brandenburg, Forum Färberpflanzen, Tagungsbericht, Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V., 1999, S. 112-133
(2) Könnecke, G.: zitiert in: Keller, E.R., Hanus H. und Heyland K-U.:
Handbuch des Pflanzenbaues 1, Grundlagen der landwirtschaftlichen Pflanzenproduktion, Ulmer Verlag, Stuttgart, 1997, S. 762
(3) Müller, G.; Ewald, E.; Förster, Ingrid; Hickisch, Brigitte; Reuter G.:
Bodenkunde, Landwirtschaftsverlag Berlin, 1989, S. 208
(4) Siebenborn, S., Walther, N. und Marquard R.:
Qualitätseigenschaften von Färberkrapp (Rubia tinctorum L.), Tagungsband “Arznei und Gewürzpflanzen”, Justus-Liebig-Universität Giessen,1998, S.201-207

(Vgl. Meldungen vom 2003-04-10 und 2004-11-04.)

Source: Meldung vom Landesamt für Verbraucherschutz, Landwirtschaft und Flurneuordnung, Brandenburg vom 2005-02-25.

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