31 Januar 2013

Alginsulat-Schaumstoff

Verpackungszentrum Graz entwickelt Verfahren zur Produktion eines Schaumstoffes auf Algenbasis

BildDie schier unerschöpflichen Ressourcen der Weltmeere werden für verschiedene Wirtschaftszweige immer interessanter. Algen als schnell nachwachsender, selbstregenerierender Rohstoff, der in unbegrenzter Menge zur Verfügung steht, sind als Grundstoff für verschiedenste Produkte denkbar.

In Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Graz wurde ein neues Verfahren zur Produktion von umweltfreundlichen Schaumstoffen entwickelt. Intensive Laboruntersuchungen haben gezeigt, dass weltweit für das Verfahren geeignete Algensorten zu finden sind. Aufgeschäumter Algenzellstoff ist wasserunlöslich, leicht und kompostierbar. Im ganzen Verfahrensablauf werden keinerlei umweltschädliche Verbindungen freigesetzt.

SchaumZur Aufschäumung des Alginsulat-Schaumstoffes wird Luft verwendet, es kommen also keine schädlichen Aufschäumgase (FCKW) zur Anwendung. Das Produktionsverfahren ist sehr einfach. Es werden nur wenige Apparate und Maschinen benötigt. Bei sehr niedrigen Investitionskosten besteht die Möglichkeit, das Verfahren dezentral und in kleinen Anlagen wirtschaftlich zu nutzen. Die Einsatzmöglichkeiten dieser zukunftsweisenden Technologie sind der Verpackungsbereich, aber auch als Dämmstoff für den Baubereich und für andere technische Einsatzbereiche wäre das Material geeignet. Tests haben gezeigt, dass Alginsulat-Schaumstoff natürliche flammhemmende Eigenschaften besitzt.

Die Grundlagen für das Alginsulat-Verfahren wurden vom Institut für Prozess- und Partikeltechnik der Technischen Universität Graz in Kooperation mit der Universidad de Magallanes, Punta Arenas, Chile, entwickelt. Basierend auf diesen Vorarbeiten soll das Forschungsprojekt Alginsulat-Schaumstoff den Algenzellstoff bis zur Marktreife bringen. Initiiert wurde dieses Projekt vom Verpackungszentrum Graz, einem Verpackungsgroßhandel, der sich auf die Vermarktung naturnaher Verpackungen spezialisiert hat, und den Markt für das neue Produkt erschließen wird.

Für die Weiterentwicklung in einer Pilotanlage wurde zusammen mit dem Anlagenbauer ATU Ferlach die Algotec Entwicklungs- und Verwertungsges.m.b.H. gegründet. Das primäre Ziel dieses Forschungsprojektes ist eine endgültige Beurteilung, ob und in welcher Form dieses Verfahren industriell genutzt werden kann. Mit den bisherigen Arbeiten auf diesem Gebiet haben wir die prinzipielle Durchführbarkeit des Prozesses bewiesen. Die weiteren Schritte sollen nun in Richtung T echnologieentwicklung gehen, vor allem in Richtung Modifikation des Prozesses, Optimierung von Produkteigenschaften und Formgebung. Das internationale Patent wurde erteilt. Das Projekt erhielt eine Förderung von der Forschungsförderungsgesellschaft.

Source: Verpackungszentrum Graz, Pressemitteilung, 2013-01.

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