27 September 2005

ALGINET – Forschungsverbund untersucht Mikroalgen als Zellfabriken

ALGINET, ein von der EU finanziertes internationales Konsortium, erstellt derzeit einen virtuellen Katalog zu Mikroalgen und deren Eigenschaften, der in erster Linie dem industriellen Biotechnologiesektor in Europa zur Verfügung stehen soll. Der Forschungsverbund untersucht Mikroalgen und wird darüber hinaus Vorschläge für sein künftiges Arbeitsprogramm unterbreiten. Des Weiteren soll er den Technologietransfer zwischen modernen Forschungsunternehmen und kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) unterstützen und den Grundstein für ein virtuelles Mikroalgen-Institut legen.

Algen
In den vergangenen Jahren hat das Interesse an alternativen Methoden zur Entwicklung chemischer und biochemischer Erzeugnisse in ganz Europa zugenommen. Aufgrund des therapeutischen Potenzials bestimmter Algenarten wollen Wissenschaftler Mikroalgen als natürliche Quelle für eine breite Palette nützlicher Produkte wie Pharmaka erschließen. Darüber hinaus soll die Verwendung von Mikroalgen zur Herstellung von Nahrungs- und Futtermitteln untersucht werden.

In Europa gibt es viele Spitzenforschungszentren, die sich auf Mikroalgen spezialisiert haben. Wenngleich die Forschungen oft interessante Erkenntnisse hervorbringen, sind die Ergebnisse letztlich durch schlechte Koordinierung und mehrfache Durchführung von Forschungsarbeiten qualitativ begrenzt. Mangelnde Kommunikation zwischen Mitarbeitern hat der Wettbewerbsfähigkeit geschadet.

Darüber hinaus bemängelten die Experten die fehlende konkrete Ausrichtung der Forschungsarbeiten, und wenn bestimmte Aspekte eines Problems nicht ausreichend berücksichtigt werden, kann die Kommerzialisierung neuer Produkte oder Technologien problematisch werden. Außerdem werden neue Technologien nur zögerlich übernommen.

2003 gewährte die Europäische Kommission über die Schlüsselaktion 5 des Programms “Lebensqualität” unter dem Fünften Rahmenprogramm (RP5) dem ALGINET-Projekt 1,22 Millionen Euro. An ALGINET sind etwa 31 Forschungszentren und industrielle Partner aus zwölf EU-Ländern sowie aus Norwegen und Israel beteiligt. Der Name des Verbunds steht für “Mikroalgen als Zellfabriken für chemische und biochemische Produkte”. Der Forschungsverbund trägt dazu bei, die europäischen Forschungsarbeiten im Bereich Mikroalgen zu koordinieren und die Kommunikation innerhalb der europäischen Mikroalgen-Branche zu verbessern und damit die Forschung zur Weiterentwicklung des industriellen Einsatzes von mikroskopischen Algen zu fördern.

Dieses dreijährige Projekt soll im Januar 2006 abgeschlossen sein und mit seiner Online-Datenbank mit Suchfunktion den Grundstein für künftige Forschungsprojekte legen. Die Datenbank enthält eine Sammlung europäischer Mikroalgen-Kulturen und ist eine zentrale Anlaufstelle für Benutzer und potenzielle Benutzer derartiger Kulturen. Das Projekt gibt darüber hinaus einen Überblick über den aktuellen Stand der Mikroalgen-Forschung, über nützliche Produkte, die sich aus Cyanobakterien und Mikroalgen herstellen lassen, sowie über künftige Einsatzmöglichkeiten von Mikroalgen.

Derzeit werden noch bestehende Hemmnisse für den Einsatz von Mikroalgen zur synthetischen Herstellung chemischer Produkte untersucht, sodass mögliche Lösungen unterbreitet werden können. Durch die Veröffentlichung der Ergebnisse und Tätigkeiten des Forschungsverbunds soll der Technologietransfer gefördert und auf die potenziellen Vorteile eines verstärkten Einsatzes von Mikroalgen für Europa hingewiesen werden.

Ein weiteres Ziel des Projekts ist die Vorarbeit zur Einrichtung eines virtuellen Instituts für Mikroalgen-Technologie.

Weitere Informationen sind abrufbar unter: http://www.search-labs.com/Alginet/.

Kategorie: Programmdurchführung
Informationsquelle: ALGINET network
Referenz: Gestützt auf Informationen von Andalucía Investiga
Programm – Akronym: FRAMEWORK 5C; LIFE QUALITY
Thematischer Indexkode: Biotechnologie; Koordinierung, Zusammenarbeit; Bewertung; Lebensmittel; Industrielle Fertigung; Innovation, Technologietransfer; Biowissenschaften; Wissenschaftliche Forschung; Sonstige Technik

Source: CORDIS-News vom 2005-09-27.

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