20 November 2007

Algensprit 30x Flächen-effizienter als Rapsdiesel

Am Institut für Getreideverarbeitung (IGV) bei Potsdam wurde ein 3D-Matrix entwickelt, in der zwei- bis dreimal so viele Algen wachsen wie in herkömmlichen Reaktoren. An einem Tag können über 170g/m2 geerntet werden, berichtet Telepolis.

Die weltweit größte kommrzielle Algenzuchtanlage steht derzeit in Klötze in Sachsen-Anhalt und produziert rund 130 Tonnen Mikroalgen pro Jahr in Glasrohren. Die Algen ernähren sich von Nährsalzen und CO2 und werden per Zentrifuge geerntet. Bisher wird das Algenpulver als Zusatz zu Nahrungsmitteln oder für Kosmetika genutzt.

Die Algen können aber auch zur Herstellung von Biosprit genutzt werden. Seit Anfang des Jahres arbeitet das Potsdamer Institut für das amerikanische Start-up Greenfuel, um die Gewinnung von Treibstoff und die Reduzierung von CO2 mit Hilfe von Mikroalgen voranzutreiben.

CO2-Emissionen sollen dazu in sonnenbeschienene, transparente Algenfarmen geleitet werden. Die produzierten Mikroalgen sollen zu Treibstoffen verarbeitet werden. Greenfuel-Chef Cary Bullok erwartet umgerechnet 7.600 Tonnen Biodiesel pro km2 Produktionsfläche aus dem Fettanteil der Algen und 4.100 Tonnen Ethanol aus deren Kohlehydratanteil. Mikroalgen seien damit rund 30 Mal ergiebiger in der Ölausbeute als Raps oder Sonnenblumenkerne. Zu berücksichtigen bleibt beim Vergleich der Effizienz von Algenfarmen und Ackerbau, dass die Algenproduktion in festen Anlagen erfolgt, während herkömmliche Energiepflanzen im Ackerboden unter freiem Himmel wachsen.

Beitrag Biosprit: Algen 30x ergiebiger als Raps von Matthias Brake auf Telepolis

(Vgl. Meldungen vom 2007-11-02, 2007-07-27 und 2007-07-02.)

Source: Telepolis, 2007-11-16.

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