23 November 2010

Algen zur Produktion von Bio-Kunststoffen

SOT und Energie AG arbeiten an großindustriellem Algenbrüter

Die Experten von See-o-Two arbeiten gemeinsam mit der Energie AG an der großindustriellen Marktreife eines neuen Algenbrüters. Aus dem gewonnenen Algenöl kann etwa einfach Biodiesel oder Kunststoff auf Bio-Basis hergestellt werden.

Das Unternehmen See-o-Two (SOT) entwickelt Technologien weiter, mit der CO2-Emissionen in Biomasse umgewandelt werden können. Dabei wird das CO2 zur Zucht von Mikroalgen in industriellem Maßstab verwendet. Damit wird es erstmals möglich Mikroalgen-Biomasse als kommerziell wettbewerbsfähigen Rohstoff herzustellen.

Nach Unternehmensangaben konvertiert die SOT-Technologie die CO2-Emissionen in Algenbiomasse mit einem Faktor von ca. 1:2. Die energetische Verwertung der damit erzeugten Algenbiomasse ist daher “CO2 neutral” entsprechend dem Kyoto-Protokoll.

Die gewonnenen Algenbiomasse kann sowohl als Rohmaterial für die pharmazeutische und kosmetische Industrie, für Biokunststoffe / Biochemie als auch als Grundstoff für Bioölerzeugung genutzt werden. Algenöl kann etwa technisch z.B. einfach in Biodiesel umgewandelt werden. Der proteinreiche Algenrest ist zudem ein Tierfutter, das insbesondere für Aquakulturen genutzt werden kann.

Vor allem verweist Joachim Grill, CEO von Finanzier SEEPEG und Investorenvertreter, auf die gegenüber höhere Produktivität der eigenen Technologie gegenüber jener von Mitbewerbern. Die Produktivität der See-o-Two-Anlagen übertrifft nach Unternehmensangaben jene von landwirtschaftlichen Ölsaaten um ein Vielfaches, benötigt keine landwirtschaftlichen Nutzflächen und steht auch nicht in Konkurrenz zu Nahrungsmitteln.

Daraus sowie aus dem Technologievorsprung resultiert auch ein weiterer Vorteil der See-o-Two-Anlagen, der geringere Platzbedarf. Techniker Karl Stagl: “Der Flächenbedarf des SOT-Systems ist um rund zwei Drittel bis 90 Prozent geringer als bei Anlagen von Mitbewerbern. Während herkömmliche Anlagen für den gleichen Ertrag vergleichsweise die Größe eines Fußballfeldes benötigen, erreicht dies See-o-Two bei einer Anlagengröße eines Strafraumes.” Dies wird durch die Verwednung von siloförmigen Tanks anstelle Fußballfeldgroßer Zuchtbecken ermöglicht. Damit wird die Technik auch unabhängig vom Klima anwendbar.

Das System arbeitet mit dem dem Abgasstrom von Industrieanlagen. Diesem wird das CO2 entzogen, das wiederum in die Algen-Nährlösung (Wasser, versetzt mit Spezialdünger) für die Mikroalgen eingespeist wird. In den siloförmigen Bioreaktoren wachsen dann die Algen. Die Bioreaktoren sind dabei mit einer neuartigen, eigens für See-o-Two entwickelten Beleuchtungstechnik ausgestattet, die vor allem ausreichende Lichtverhältnisse auch in den tieferen Zonen der Bioreaktoren schafft und dabei mit geringstem Energieaufwand das Auslangen findet.

Derzeit wird am Kraftwerksstandort Timelkam der Energie AG Oberösterreich ein Prototyp im Großmaßstab getestet.

Source: Wirtschaftsblatt.at, 2010-11-23.

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