12 November 2018

Abschlussbericht: COMPOSITES EUROPE 2018 – Mit Leichtigkeit zum Erfolg

Trend zum Leichtbau derzeit einer der stärksten treibenden Kräfte in der Composites-Industrie

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„Dass die Nachfrage nach bio-basierten Kompositen in Europa und weltweit stark steigt, wurde während der Gespräche auf der Bio-Composites in den drei Tagen der Messe sehr deutlich. Das nova-Institut als Host des „Bio-Based Pavilion“ erhielt von den Ausstellern auf die Frage nach deren Zufriedenheit bezüglich des Pavilion Konzeptes volle Punktzahl. In den Antworten wurde die COMPOSITES EUROPE als Plattform sehr gelobt. Die Aussteller sind voll zufrieden mit dem Pavilionkonzept, der Anzahl der Besucher und vor allem mit der hohen Qualität der Gespräche mit potenziellen Kunden bio-basierter Lösungen. Deutlich spürten die Unternehmen das wachsende Interesse an „bio-basierten Lösungen“ im Sinne der Nachhaltigkeit unter anderem bei den OEMs und den großen Industrieunternehmen der Branche.“ (Guido Müller, Head of Communication, nova-Institut GmbH)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

-Fertigungsprozesse mit großen Fortschritten im Fokus der Messe
- Leichtbau eine Schlüsseltechnologie für den Industriestandort
- Ab 2019 Co-Location mit der „Foam Expo Europe“ in Stuttgart

Glas- und kohlefaserverstärkte Kunststoffe sind gefragt, wenn leichte und zukunftsweisende Lösungen gefordert sind. Dabei ist der Trend zum Leichtbau derzeit einer der stärksten treibenden Kräfte in der Composites-Industrie. Ebenso intensiv sind die Impulse, die von der Composites-Branche selbst ausgehen: Denn mit großen technologischen Fortschritten in der Fertigungs- und Verarbeitungskette gelingt es der Branche, Produktionsprozesse zunehmend zu automatisieren und zu verkürzen.

Beide Entwicklungen waren prägend für den Verlauf der diesjährigen COMPOSITES EUROPE, die mit 365 Ausstellern aus 30 Nationen zum 13. Mal stattfand. Insgesamt zählte der Veranstalter Reed Exhibitions 8.148 Besucher aus 71 Ländern (2017: 63). Die COMPOSITES EUROPE, die erstmals in einem geraden Jahr in Stuttgart stattfand, knüpfte an das Ergebnis des Vorjahres an (8.342). Sie unterstrich damit ihre Bedeutung als internationaler Branchentreff. Das drückt sich auch in dem auf 46 Prozent leicht gestiegenen Anteil der internationalen Fachbesucher (Vorjahr: 42%). Bemerkenswert auch die Liste der Unternehmen, die nach Stuttgart kamen: Nahezu die gesamte Automobilindustrie – von Audi, BMW, Bugatti, Daimler über Ford, Honda und Mitsubishi bis zu Opel, Porsche, Toyota, und Volkswagen – war vertreten.

Ein ähnliches Bild in der Luft- und Raumfahrtindustrie. Gut jeder vierte Besucher repräsentierte ein Unternehmen, das als OEM oder als Zulieferer im Markt agiert. „Ein Qualitätsbeweis, der unterstreicht, dass die Entscheidung, jährlich in Stuttgart stattzufinden, marktgerecht war“, so Hans-Joachim Erbel, CEO Reed Exhibitions als Veranstalter der COMPOSITES EUROPE.

Wachstum der europäischen Composites-Industrie setzt sich fort

Aktuell wächst der Markt für Glasfaserverstärkte Kunststoffe (GFK) gegenüber dem Vorjahr um zwei Prozent auf eine Menge von 1,141 Millionen Tonnen. Das ist das Ergebnis des jährlichen Marktberichtes der AVK – Industrievereinigung Verstärkte Kunststoffe, der zu Beginn der COMPOSITES EUROPE in Stuttgart vorgestellt wurde. Die Composites-Industrie folgt damit den gesamtwirtschaftlichen Entwicklungen.

„Die Aussichten für die gesamte Composites-Industrie sind gut, die Potentiale enorm“, sagt Dr. Elmar Witten, Geschäftsführer der AVK. Der Automotive-Bereich, der momentan wichtigste Abnehmermarkt für faserverstärkte Kunststoffe in Europa, befindet sich derzeit im Umbruch. Neben gestiegenen Anforderungen an Abgas- und Emissionswerte tragen neue Antriebskonzepte wie die E-Mobilität zur Umstrukturierung der Branche bei und eröffnen weitere Perspektiven.

Lightweight Technologies Forum (LTF) mit großer Resonanz

Das Thema Leichtbau spielt dabei eine zentrale Rolle, wie Werner Lohscheider vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie anlässlich der Eröffnung des „Lightweight Technologies Forum“ betont: „Für uns ist Leichtbau eine Schlüsseltechnologie, die wir nutzen, um den Industriestandort Deutschland zu modernisieren und zu stärken – und zwar nachhaltig. Denn das ist eine breite und starke Basis für Wertschöpfung und Arbeitsplätze sowie die Märkte von heute und morgen.“

Besonders im Multimaterial-Leichtbau spielen Faserverbundwerkstoffe ihre Stärken aus. Denn immer seltener sind die Anforderungen des modernen Leichtbaus innerhalb eines einzelnen Werkstoffs zu lösen, immer häufiger geht es stattdessen um hybriden Leichtbau. Ein Ansatz, der dem Lightweight Technologies Forum zugrunde liegt: „Mit dem materialübergreifenden Forum haben wir ein Format geschaffen, das die Composites-Industrie und die Anwendungsbranchen zum integrativen und hybriden Leichtbau zusammenbringt“, so Olaf Freier, Event-Director der COMPOSITES EUROPE. Das Forum feierte 2016 seine Premiere und hat sich seitdem sehr erfolgreich entwickelt. Insgesamt 26 Unternehmen zeigten hier in diesem Jahr Materialien, Werkzeuge und Exponate – von Füllstoffen über Haftvermittler und Pressen zum Laminieren unterschiedlicher Materialien bis hin zu hybriden Halbzeugen. Ein Highlight war dabei die Machbarkeitsstudie eines Autositzes, der gerade einmal acht Kilogramm wiegen wird.

„Process Live“ rückt Fertigungskette in den Fokus

Dass es der Branche immer besser gelingt, mit technologischen Fortschritten in der Fertigungs- und Verarbeitungskette, die Produktionsprozesse zu automatisieren und zu verkürzen, zeigte die neue Ausstellungsfläche „Process live“. Hier präsentierten Unternehmen aus dem Maschinen- und Anlagenbau aufeinander abgestimmte Verarbeitungs- und Fertigungsprozesse. Beispielhaft dafür war die Live-Demonstration des Schneidspezialisten Gunnar (Schweiz), des Composites Automatisierungsexperte Airborne (Niederlande) und des Greifsystemanbieter Schmalz (Deutschland), die gemeinsam die gesamte Fertigungs- und Verarbeitungskette vom Rollenmaterial bis zum fertigen Lagenaufbau eines Faserverbundbauteils prozesssicher in einer kombinierten Produktionszelle darstellten. Die ineinandergreifenden Hardwarekomponenten werden dabei softwareseitig komplett miteinander verbunden. „Die Zusammenarbeit unter den Verarbeitern wird immer enger. Diese Kooperationen innerhalb der Prozesskette forcieren das Wachstum der Composites-Industrie, das wollen wir mit dem neuen Format Process live deutlich machen“, so Olaf Freier, Event Director der COMPOSITES EUROPE.

Künftige Co-Location von COMPOSITES EUROPE und Foam Expo Europe

Die Foam Expo Europe, Fachmesse und Konferenz für die Lieferkette der technischen Schaumstoffherstellung, und die COMPOSITES EUROPE, Europäische Fachmesse und Forum für Verbundwerkstoffe, Technologie und Anwendungen, finden ab 2019 parallel in Stuttgart statt. Das haben die beiden Veranstalter – Smarter Shows und Reed Exhibitions –bekannt gegeben.

Zusammen vereinen beide Messen die Technologien und Anwendungen der Verbund-werkstoffe mit der gesamten Lieferkette der Schaumstoffherstellung. Vor allem für die gemeinsamen Anwendungsindustrien wie Automotive, Luftfahrt, den Bausektor und die Sport- und Freizeitindustrie bietet der gemeinsame Messetermin am Standort Stuttgart Synergien. Die Besucher treffen auf ein vielfältiges Angebot an Leichtbaumaterialien und Verarbeitungsprozessen.

Ab 2019 wird erstmals zeitgleich zur COMPOSITES EUROPE Foam Expo Europe stattfinden. Die Foam Expo Europe, die in diesem Jahr ihre Premiere feierte, präsentiert die gesamte Schaumstofflieferkette und ist Marktplatz für Hersteller und Käufer von technischen Schaumstoffen, Schaumstoffprodukten und Dienstleistungen. Im Mittelpunkt der Messe stehen Form-, Hart- und Weichschaumlösungen, einschließlich Rohstoffe, Chemikalien wie auch Ausrüstung und Maschinen.

Zusammen sollen beide Messen die Technologien und Anwendungen der Verbundwerkstoffe mit der gesamten Lieferkette der Schaumstoffherstellung verknüpfen. Denn nicht zuletzt basieren viele Werkstoffe aus beiden Welten auf Polyurethan (PUR). Vor allem für die gemeinsamen Anwendungsindustrien wie Automotive, Luftfahrt, den Bausektor und die Sport- und Freizeitindustrie bietet der gemeinsame Messetermin am Standort Stuttgart ein hohes Synergiepotenzial.

International Composites Congress (ICC) ab 2019 mit neuem Konzept

Mit neuem Konzept wird ebenfalls ab 2019 auch der International Composites Congress (ICC) stattfinden. Der ICC, bisher traditionell der Auftakt der COMPOSITES EUROPE, wird künftig gemeinsam von Reed Exhibitions und der Wirtschaftsvereinigung Composites Germany veranstaltet. Im Zuge dessen soll es ein integratives Gesamtkonzept geben, durch das Messe und Kongress näher zusammenrücken.

Die kommende COMPOSITES EUROPE findet vom 10. bis 12. September 2019 in Stuttgart statt.

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Hinweis: Die Besucher-, Aussteller- und Flächenzahlen der COMPOSITES EUROPE werden nach den einheitlichen Definitionen der FKM – Gesellschaft zur Freiwilligen Kontrolle von Messe- und Ausstellungszahlen ermittelt und zertifiziert.

Stimmen der Aussteller

„Die COMPOSITES EUROPE ist die wichtigste Veranstaltung für die Composites-Industrie in Deutschland, dem größten Markt in Europa. Daher werden wir die Zusammenarbeit zwischen der Messe und Composites Germany noch intensivieren. In Zukunft bieten wir ein noch verzahnteres Konzept.“
Dr. Elmar Witten, Geschäftsführer AVK und Sprecher der Geschäftsführung Composites Germany

„Wir sind auf der COMPOSITES EUROPE auf viele, sehr interessante Kontakte getroffen. Gerade im Maschinenbau stoßen Faserverbundwerkstoffe und CFK auf immer mehr Interesse, was sich auch auf der Messe widergespiegelt hat. Eine weitere Entwicklung stellen wir hinsichtlich des asiatischen Marktes fest: Wir hatten viele gute Kontakte aus dem gesamten asiatischen Raum hier. Der Markt wird immer internationaler.
Ralph R. Hufschmied, Geschäftsleitung Hufschmied Zerspanungssysteme GmbH

„Die COMPOISTES EUROPE hat für uns einen großen Stellenwert. Wir nutzen die Messe, um unsere Technologien, Maschinen- und Anlagenlösungen zu präsentieren und mit Kunden Gespräche zu führen, welche Technologien bauteilspezifisch in Zukunft favorisiert werden und wohin die Reise gehen wird.“
Christian Wolfsberger, Business Development Lightweight Composites, ENGEL Austria GmbH

„Wir spüren ganz klar, dass das Thema Leichtbau – speziell auch im Bereich Elektromobilität – mehr und mehr an Fahrt aufnimmt. Eine der größten Herausforderungen ist es aktuell, die Industrialisierungsprozesse für eine konstante Qualität zu professionalisieren. Ganz speziell geht es dabei auch um den Bereich Automatisierung. Die COMPOSITES EUROPE ist für uns eine sehr wichtige Messe. Obwohl sie im Ländle stattfindet, bietet sie eine internationale Attraktivität, was für uns sehr wichtig ist. Wir treffen hier die Größen der Industrie und führen sehr gute Gespräche mit Kunden aus Asien, Amerika und Gesamteuropa.“
Matthias Feil, Geschäftsführer Schmidt & Heinzmann

„Der Kunde bestimmt den Markt und auch die Industrie. Die Herausforderung ist, ihm zu erklären, was Leichtbau genau bedeutet. Nur unter dieser Voraussetzung kann sich der Markt verändern und eine neue Ära des Leichtbaus eingeleitet werden, um die Entwicklung, die Forschung und den Prozess zu beschleunigen.“
Claus Georg Bayreuther, AMC

„Leichtbau spielt vor allem in den Bereichen Automobil, Luftfahrt und Raumfahrtechnik eine große Rolle. Wir sehen aber auch in der Baubranche sehr viele Möglichkeiten, wo Gewicht eingespart werden kann. Großes Potenzial liegt darin, mit wenig Energieeinsatz stabil und fest zu bauen. Auch Industrie 4.0 ist im Faserverbundbereich wichtig und wird immer weiter vorangetrieben. Auf der anderen Seite ist die Frage des Recyclings immer noch zu großen Teilen offen und stellt eine der großen Herausforderungen für die Branche dar.
Prof. Dr.-Ing. Markus Milwich Bereichsleiter Faserverbund- und Flechttechnik, Deutsches Institut für Textil- und Faserforschung Denkendorf

„We are working in press process, so we believe highly in the industrialisation of the product. This means: less people, who are more skilled and a full automatic line, which can provide good results with terms of quality. We are totally confident that industry 4.0 is the future. The knowledge of the worker is not only about how to manage the material but also to join with the machine. So it’s a collaboration between machine and men.“
Alessandro Di Meco., Lead Project Engineer, CARBOPRESS

„We see a lot of potential in the construction industry regarding lightweight. The challenges for composites are definitely regulation and certification. If we have composite materials which are or will be certified you are in a good way to have a good product, because with the regulation and certification the acceptance is bigger. The further development depends on whether the technologies will have a breakthrough in mass markets or not. Automotive is definitely on the mass market. There are interesting developments like hybrid. If this is accepted and has clear advantage, then a switch can happen very quickly. For us it’s always nice to have a place like the COMPOSITE EUROPE. You can meet basically everyone in walking distance. A lot of our partners are here to exchange ideas and set up new projects and developments.“
Thomas Weiler, Researcher, Aachener Zentrum für integrativen Leichtbau

„Pollution is a big problem all over the world. This is why we have to use very light vehicles in the future. To be at COMPOSITES EUROPE is very important for us. It is a very technical show with many innovations and new devices. Everyone is here, talking about new technical parts, devices, components and materials. We will also attend next year.“
Walter Giuliani, Sales Director Belotti SPA

„Dass die Nachfrage nach bio-basierten Kompositen in Europa und weltweit stark steigt wurde während der Gespräche auf der Bio-Composites in den drei Tagen der Messe sehr deutlich. Das nova-Institut als Host des „Bio-Based Pavilion“ erhielt von den Ausstellern auf die Frage nach deren Zufriedenheit bezüglich des Pavilion Konzeptes volle Punktzahl. In den Antworten wurde die COMPOSITES EUROPE als Plattform sehr gelobt. Die Aussteller sind voll zufrieden mit dem Pavilionkonzept, der Anzahl der Besucher und vor allem mit der hohen Qualität der Gespräche mit potenziellen Kunden bio-basierter Lösungen. Deutlich spürten die Unternehmen das wachsende Interesse an „bio-basierten Lösungen“ im Sinne der Nachhaltigkeit unter anderem bei den OEMs und den großen Industrieunternehmen der Branche.“
Guido Müller, Head of Communication, nova-Institut GmbH

„Wir haben die Messe genutzt, uns mit dem neuen Markenauftritt der SGL zu präsentieren. Vor allem der zweite Messetag war von guten Gesprächen mit Vertreten nahezu aller Anwendungsindustrien geprägt.“
Fabian Trippe, Director Sales EMEA, SGL TECHNOLOGIES GmbH

Source: Composites Europe, 2018-11-08.

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