19 März 2020

Abbaubare Wuchshüllen für Waldbäume

Verbundvorhaben entwickelt Wuchshüllen aus nachwachsenden Rohstoffen und Konzepte zum Rückbau von Plastikwuchshüllen im Wald

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Ohne Verbissschutz ließe sich mancherorts kein Wald begründen oder verjüngen. Mit dem Waldumbau in Zeiten des Klimawandels wird die Nachfrage noch steigen. Foto: S. Hein

Ohne Verbissschutz würde mancherorts kein Wald wachsen. Mit Wuchshüllen gelingt das Aufforsten. Doch – hergestellt aus Plastik – droht durch sie eine Belastung des Ökosystems Wald. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) fördert über die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) ein Verbundprojekt, in dem Forscher abbaubare Alternativen entwickeln – und ein Konzept, wie sich die bisher genutzten Hüllen effizient zurückbauen lassen.

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Verbissschutz wird sowohl für Pflanzungen als auch für Naturverjüngung genutzt. Foto: S. Hein

Ob Pflanzung oder Naturverjüngung, so mancher Baum würde ohne Schutz vor Wildverbiss das Jugendalter nicht überleben. Daher werden in der Forstwirtschaft immer häufiger Schutzhüllen verwendet, ob für Pflanzung oder Naturverjüngung.

Neben Verbissschutz verleihen sie den meterhohen Jungpflanzen eine bessere Sichtbarkeit, was hilfreich etwa bei Freischneidearbeiten ist. Auch Spätfrostgefahr und Schneedruck wird durch die Hüllen verringert. Zudem wirken sie wie kleine Gewächshäuser.

Wuchshüllen zur Wiederbewaldung

Doch die robust konstruierten, schwer zersetzbaren Plastikhüllen haben auch einen Nachteil: Mit ihnen droht eine Anreicherung von Plastikpartikeln im Wald. Eine Gefahr, die vor allem mit Blick auf Neuausbringung im zweistelligen Millionenbereich und einer geringen Rate an wieder eingesammelten Wuchshüllen real ist.

Zudem vermuten Experten, dass die praktischen Wuchshüllen in Zeiten des Klimawandels mit dem Waldumbau hin zu Mischbeständen und der Wiederbewaldung von Sturmflächen noch stärker nachgefragt werden. Alternativen sind da gefragt.

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Hergestellt aus schwer abbaubaren Kunststoffen, droht durch Wuchshüllen eine Anreicherung von Plastikteilen im Wald. Daher suchen Forscher nach alternativen Materialien. Foto: S. Hein

Vulkanfiber und „flüssiges Holz“

Mehrere Partner eines Forschungsverbunds unter der Leitung der Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg wollen eine Lösung erarbeiten, indem sie umweltschonende Wuchshüllen auf Basis von rückstandsfrei abbaubaren Naturprodukten entwickeln – wie etwa aus Cellulose-basiertem Vulkanfiber und aus Biopolymeren, so genanntem „flüssigen Holz“. Die Wuchshüllen sollen dennoch robust genug sein, die Pflanzen während der kritischen Jugendphase zu schützen. Gleichzeitig erstellen die Partner ein Konzept, wie der strategische Rückbau von bisherigen, konventionellen Wuchshüllen gelingen kann. Der Forschungsverbund gliedert sich in fünf Teilvorhaben:

  1. Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg: Definition, Funktionalitätsprüfung und Ökobilanzierung innovativer Wuchshüllen sowie Umsetzungskonzepte zum Rückbau alter Plastikwuchshüllen
  2. Sachsenröder GmbH & Co. KG: Entwicklung einer Wuchshülle auf Basis von Vulkanfiber 
  3. Felix Schoeller Holding GmbH & Co. KG: Entwicklung papierbasierter Werkstoffe für Wuchshüllen aus Vulkanfiber
  4. TECNARO Gesellschaft zur industriellen Anwendung nachwachsender Rohstoffe mbH: Entwicklung einer gebrauchsstabilen, biologisch abbaubaren Wuchshülle auf Basis nachwachsender Rohstoffe
  5. Hohenstein Institut für Textilinnovation gGmbH: Bewertung des Abbauverhaltens von Wuchshüllen auf Basis nachwachsender Rohstoffe

 

Kontakt

Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V.
Sebastian Kinowski
Tel.: +49 3843/6930-332
E-Mail: s.kinowski@fnr.de

Source: Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR), Pressemitteilung, 2020-03-13.

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