27 Mai 2004

Abaca-Fasern für DaimlerChrysler

Einem Zufall ist es zu verdanken, dass Wissenschaftler der Universität Hohenheim 1999 auf den Philippinen auf Abaca stießen, einer Bananenstaude mit extrem zugfesten und sehr langen Blattfasern, die seit Jahrhunderten in verschiedensten Anwendungen, wie Schiffstauen, reißfesten Papieren (z.B. japanischer Yen), Geotextilien und im Hausbau genutzt wird. Nun zeigt sich, dass Abaca-Fasern auch für moderne Hochleistungswerkstoffe geeignet sind. Sie können Kunststoffe verstärken und im Zuge dessen sogar Glasfasern ersetzen. Vor ein paar Monaten gelang ein Durchbruch – denn zum ersten Mal wurde Abaca als Serienbauteil im Außenbereich eines Autos eingesetzt.

Als Unterbodenverkleidung eines Kraftfahrzeugs ist das Bauteil mit Abacafasern deutlich härteren Belastungen wie Steinschlag oder mit Streusalz versetztem Spritzwasser ausgesetzt als im Innenbereich des Autos, in dem bisher ausschließlich Naturfasern wie Flachs, Hanf, Jute und Kenaf verwendet wurden. Abaca mit seinen besondern Fasereigenschaften – aber auch höheren Preisen – wird daher nicht in Konkurrenz zu den bisher eingesetzten Naturfasern treten, sondern vor allem neue Anwendungsbereiche erschließen.

DaimlerChrysler betont in diesem Kontext den neuerlichen Beitrag zum globalen Nachhaltigkeitsverbund, denn in dem dazugehörigen öffentlich-privaten Gemeinschaftsvorhaben auf den Philippinen sollen die Fasern ökologisch verträglich angebaut und vor Ort aufbereitet werden.

(Vgl. Meldungen vom 2004-03-02 und 2003-10-17.)

Source: Jacobi, G. 2004: Unterm Boden - alles "Banane". In: VDI nachrichten vom 2004-05-14.

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