26 Juli 2004

6 Millionen: In Wolfsburg wird eine Biokraftanlage gebaut.

Projekt der Wolfsburg AG, des Abwasserverbandes und von Landwirten aus der Region. Der genaue Standort ist noch offen

Die Wolfsburg AG engagiert sich jetzt auch verstärkt im Nachhaltigkeitssektor. In Wolfsburg soll im kommenden Jahr ein Biomasse-Verwertungszentrum entstehen. Im Zentrum des Vorhabens steht eine Biokraftanlage. Getragen wird das 6-Millionen-Euro-Projekt vom Abwasserverband, der Wolfsburg AG sowie Landwirten, genauer der “Erzeugergemeinschaft für Nachwachsende Rohstoffe”. Ferner wird auch über eine Zusammenarbeit mit den Wolfsburger Stadtwerken nachgedacht.

“Im Herbst sollen die Beschlüsse aus allen Gremien eingeholt werden”, erklärt Wolfsburg AG-Vorstand Hennig Eckel. “Wenn alles nach Plan klappt, könnte Ende 2005 der erste Strom und die erste Wärme produziert werden.” Dabei nennt Eckel zwei Gründe, warum sich die Wolfsburg AG als Initiator für dieses Projekt engagiert. Den Landwirten in der Region wird eine neue Einkommensquelle eröffnet, in dem Sie die nachwachsenden Rohstoffe (Mais, Getreide, Rüben, Gras) für die Anlage liefern. So werden Jobs in der Landwirtschaft gesichert. “Darüber hinaus können, bei erfolgreicher Umsetzung, das neue Biokraftwerk und auch die neuen Gesellschaftsstruktur evt. modellhaft auch in andere ländliche Regionen übertragen werden,” sagt Eckel.

Unterstützt wird das Projekt durch das Energieeinspeise-Gesetz der rot-grünen Bundesregierung. Danach wird über 20 Jahre hinweg eine finanzielle Förderung zugesichert, erklärt Henning Franke, der als Ingenieur das Projekt für die Wolfsburg AG mit koordiniert. Derzeit wird nach einem geeigneten Standort für das geplante 2- bis 3-Megawatt-Kraftwerk gesucht. Zur Auswahl stehen ein Industriegebäude, ein Gartenbaubetrieb sowie die Kläranlage in Brackstedt. “Der Standort ist von wesentlicher Bedeutung”, sagt Franke. “Die Anlage arbeitet nämlich nur dann wirtschaftlich, wenn die entstandene Wärme möglichst effizient genutzt wird.”

“Voraussetzung für eine erfolgreiche Realisierung des Projektes ist die Mitarbeit der Landwirte”, erklärt Karl Niehuber, Geschäftsführer der niedersächsischen Erzeugergemeinschaft für Nachwachsende Rohstoffe. In seinem Visier stehen vor allen Dingen die ortsansässigen Landwirte im Umkreis von bis zu 30 Kilometer. Wie später die Gesellschafter- und Finanzstruktur aussehen sollen, sei noch offen, so Niebuhr. ” Das wird in den nächsten Monaten diskutiert.” Mittelfristig haben die Initiatoren auch VW als Partner im Visier – erste Gespräche gab es bereits.

Source: Braunschweiger Zeitung vom 2004-07-22.

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