5 Januar 2010

500.000 Bäume – Die neuen Wälder Ostfrieslands

WALD21 pflanzt für Volkswagen Energiewald in Emden

Knapp eine halbe Million Bäume – Ein Baum pro Einwohner Ostfrieslands werden in den nächsten Monaten am VW-Standort Emden gepflanzt. Für das VW-Werk ist das ein weiterer Meilenstein hin zum Ziel der grünen Fabrik am Meer. Für die Umwelt und die Region weit mehr. Energiewald ist hier das Stichwort.

Klimaschutz und Versorgungssicherheit sind die Hauptgründe für den Ausbau der Erneuerbaren Energien in Deutschland, aber auch weltweit. Eine nachhaltige Nutzung muss ökologische, soziale und regionalwirtschaftliche Aspekte berücksichtigen.

Seit zwei Jahren machen schnell wachsende Hölzer auf den deutschen Äckern Furore. Die Bäume, größtenteils Weiden und Pappeln, wachsen in Kurzumtriebsplantagen (KUPs) heran und können alle drei bis fünf Jahre als Hackschnitzel geerntet werden. KUPs von heute entsprechen sehr dem Niederwald aus dem Vor-Industriezeitalter (vor Kohle und Öl), nur die Technik ist neu. Ihr Vorteil gegenüber herkömmlichen Feldfrüchten wie z.B. Raps und selbst Mais ist der oft höhere Energieertrag pro Hektar. Auch der Einsatz von Kunstdünger und Pestiziden oder Herbiziden ist weitaus geringer. Im waldarmen Ostfriesland können Energiewälder damit eine Bereicherung der Landschaft darstellen.

Zusammen mit den VW-Flächen sind es im nächsten Frühjahr bereits um die 100 Hektar KUP in Ostfriesland. 500 Hektar sollen es in den nächsten 3-4 Jahren nach den Vorstellungen von Wolfram Kudlich, geschäftsführendem Gesellschafter der WALD21 GmbH, werden. “Wir sprechen dann von ca. 0,3 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche. Umweltverträglichkeit ist uns wichtig; eine großflächige Aufforstung ist nicht gewollt; ebensowenig Flächenkonkurrenz mit anderen Agrarprodukten. Mit Kooperationen, Abnahmeverträgen oder praktische Unterstützung der Landwirte in Ostfriesland wollen wir den Anbau von Energiewäldern in Ostfriesland voranbringen. Regionale Energiekreisläufe und Energiepartnerschaften und kleine dezentrale Energieanlagen sind das erklärte Ziel. Erste Erfahrungen mit solchen und ähnlichen Konzepten haben wir bereits an einigen Standorten in Deutschland sammeln können”, so Kudlich – “Wir müssen einfach anfangen!”

Das Potential für Biowärme in Ostfriesland ist erheblich. 100 Gemeinden, mehr als 200 Schulen und 20.000 Unternehmen haben einen großen Wärmebedarf. “Mit den ersten Hektar hier in Ostfriesland können wir jetzt Kommunen und Unternehmen ein attraktives Angebot machen auf Erneuerbare umzusteigen; Rohstoffsicherheit inklusive”. Gemeinsam mit dem Partner, der Ostfriesischen Energieholz GmbH des Landwirtes Lenhard Fleßner, macht sich WALD21 dafür stark. Erster Abnehmer für das Energieholz ist das Nahwärmenetz der Energiegenossenschaft Ihlowerfehn. Hier soll das Nahwärmenetz erweitert werden, der bestehenden Biogasanlage ein Holzhackschnitzelkessel für die Wintermonate beigestellt werden. “Mit Feldholz können alle verdienen”, so Kudlich. “Bei Produktionskosten für Holzwärme vergleichbar mit ca. 20 Cent pro Liter Heizöläquivalent ist Holzenergie bereits heute mit Öl und Gas konkurrenzfähig; und das subventionslos!” Der Verteilungsspielraum bei den erwarteten steigenden Energiepreisen in Zukunft ist erheblich. Aufgrund der guten Ökoeffizienz ist Feldholz quasi das 1-Liter-Auto der Erneuerbaren Energien.

Warum Volkswagen am Werk Emden diesen Schritt geht, erläutert Thomas Laaken, Leiter der Emder Werktechnik so: “Wir wollen unsere Potentiale ausnutzen. VW kann hier einen erheblichen Beitrag leisten, Energie effizienter zu nutzen und die Entwicklung regenerativer Energien zu fördern. Wir reduzieren gleichzeitig CO2-Emissionen deutlich. Aktivitäten zum Klimaschutz und zur Nachhaltigkeit sind Vorteile, die den langfristigen Erfolg von VW sichern.”

Damit folgt das Werk Emden ganz dem Kurs der Konzernstrategie von Volkswagen: Der Ausrichtung des Volkswagen Konzerns als ökonomisch und ökologisch weltweit führendem Automobilunternehmen. Was für viele vielleicht wie “Greenwashing” klingt ist doch weit mehr. So stammt ein Großteil der benötigten Industriewärme am VW-Werk Emden bereits aus einem Holzheizkraftwerk. Photovoltaik- und Windkraftanlagen wurden ebenso vor geraumer Zeit errichtet, eine Biogasanlage ist in Planung. Und auch ein Blick nach Kopenhagen genügt – neuen Zeiten erforden neue Wege.

Kontakt
Wolfram Kudlich
WALD21 GmbH
Radweg 15a
55130 Mainz
Tel.: 06131-22 67 75
E-Mail: kudlich@wald21.com

Source: WALD21, Pressemitteilung, 2009-12-14.

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