14 Februar 2008

30 Prozent mehr Biogas aus bestehenden Anlagen

EU-Projekt arbeitet an Substratwahl, Anlagentechnik, Aufbereitung und Wärmenutzung

Experten eines EU-Forschungsprojektes (EU-AGRO-BIOGAS) trafen sich vergangene Woche auf Einladung des Leibniz-Instituts für Agrartechnik Potsdam-Bornim (ATB), um Möglichkeiten zur Verbesserung der Leistung von Biogasanlagen zu beraten. Das EU-Projekt hat sich zum Ziel gesetzt, die Effizienz von mittleren und großen Biogasanlagen deutlich zu steigern.

Die meisten Biogasanlagen werden bislang nicht optimal genutzt. Die Effizienz bestehender Anlagen kann noch erheblich gesteigert werden, so die einhellige Meinung der Wissenschaftler aus sieben europäischen Nationen, die letzte Woche am Seddiner See bei Potsdam zu einem Gedankenaustausch zusammenkamen.

In einem von der Europäischen Union geförderten Forschungsprojekt arbeiten sie daran, die Auswahl der zur Biogaserzeugung eingesetzten Stoffe dahingehend zu optimieren, dass einerseits Kosten gesenkt und andererseits die Leistung der Anlagen verbessert werden. Darüber hinaus sollen auch die Anlagentechnik und die Aufbereitung der Einsatzstoffe mit dem Ziel einer verstärkten Ausnutzung der eingesetzten Stoffe optimiert werden.

Ein weiteres Ziel ist die effizientere Nutzung der erzeugten Energie. Die Wärmeauskopplung aus Blockheizkraftwerken soll verbessert und der Einsatz dieser Wärme gesteigert werden. “Insbesondere im Bereich der Landwirtschaft gibt es unausgeschöpfte Potenziale”, unterstreicht Matthias Plöchl vom ATB die Möglichkeiten einer effizienteren Energienutzung. “Durch die Anbindung einer Futtermitteltrocknung konnte beispielsweise die Wärmenutzung einer von uns betreuten Biogasanlage auf 80% gesteigert werden. Das erhöht die Nutzung der im Biogas enthaltenen Energie um mehr als 40%.”

Das von der Europäischen Union geförderte Projekt EU-AGRO-BIOGAS startete im Januar 2007 und läuft bis zum Ende des Jahres 2009. Beteiligt sind Forschungseinrichtungen aus Deutschland, Österreich, Dänemark, Großbritannien, Italien, Tschechien und Polen. Die Koordination liegt bei der Universität für Bodenkultur Wien.

Weitere Informationen unter www.eu-agrobiogas.net

Kontakt
Dr. Matthias Plöchl
Abt. Technikbewertung und Stoffkreisläufe
Leibniz-Institut für Agrartechnik Potsdam-Bornim e.V.
Max-Eyth-Allee 100
14469 Potsdam
Tel: 0331-56 99-228
E-Mail: mploechl@atb-potsdam.de

(Vgl. Meldung vom 2007-10-10.)

Source: Leibniz-Institut für Agrartechnik Potsdam-Bornim e.V. (ATB), Pressemitteilung, 2008-02-11.

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