14 Februar 2007

25 Mio. Dollar für die effizientesten CO2-Vernichter

Große Erfindungen zur Reduktion der Treibhausgase gesucht

Um dem drohenden Klimawandel entgegenzuwirken, hat der Unternehmer Richard Branson einen mit 25 Mio. Dollar dotierten Umweltpreis ausgeschrieben. Das Preisgeld soll an jene Forscher gehen, die größte Mengen des Treibhausgases Kohlendioxid CO2 aus der Atmosphäre entfernen.

Der “Virgin Earth Challenge”-Preis (www.virginearth.com) ist weltweit ausgeschrieben, die Anmeldung erfolgt Online. Geht es nach Bransons Plänen, sollen damit mehrere Mrd. Tonnen des Treibhausgases entfernt werden.

“Wer in der Lage ist, anhand wissenschaftlicher Beweise zu zeigen, dass große Mengen an CO2 aus der Atmosphäre genommen werden können, soll den Preis erhalten”, berichtet Branson auf seiner Homepage. Die Jury besteht aus Branson, dem ehemaligen US-Vize-Präsidenten Al Gore, den Wissenschaftlern James Lovelock, Tim Flannery, James Hansen und Crispin Tickell. In fünf Jahren soll der Gewinner feststehen, denn so lange läuft die Ausschreibung. Einmal jährlich wird sich die Jury treffen, um auffällige Projekte zu beurteilen.

Vorstellbar sind Erfindungen wie etwa CO2-fressende Bakterien, die in Abgasrohren installiert werden, bis hin zu unterirdischen Lagerstätten, in denen das Gas dann vergraben wird.

Der Preis sei dennoch eine symbolische Geste, wie der britische Umweltexperte und Diplomat Crispin Tickell erklärt. “Wir dürfen uns nicht darauf verlassen, dass eine neue Technologie die einzige Lösung ist”, so der Fachmann.

Zu einem ähnlichen Schluss kommen auch die Forscher des Instituts für Technikfolgen-Abschätzung an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. “Die besten Ergebnisse für eine wirksame CO2-Reduktion erzielte eine Kombination verschiedener Strategien, die allerdings nur durch Zusammenwirken aller politischer Kräfte und der Zivilgesellschaft funktionieren könnte”, meint Mahshid Sotoudeh, Expertin für Umwelttechnologie im pressetext-Interview.

“Bei einem Expertentreffen im norwegischen Parlament im November 2006 sind alle Teilnehmer darüber einig gewesen, dass technologische Lösungen, seien es Wind- oder Sonnenkraftwerke, Biotreibstoffe, Atomkraftwerke oder Maßnahmen zur Speicherung von CO2, allein nicht ausreichen würden, um die Sicherheit der Energieversorgung in Europa zu garantieren”, so die Expertin.

(Vgl. Meldungen vom 2007-01-30, 2007-01-26 und 2007-01-09.)

Source: pressetext.austria, 2007-02-12.

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