7 Juli 2009

17. C.A.R.M.E.N.-Symposium in Straubing

Preisverleihung vor 200 geladenen Gästen

Am 6. und 7. Juli fand im Straubinger Herzogschloss das 17. C.A.R.M.E.N.-Symposium statt. Insgesamt gut 250 Teilnehmer kamen zur Veranstaltung, die unter dem Titel: “Konjunkturmotor Nachwachsende Rohstoffe” stand und am Abend in einem Staatsempfang mit Preisverleihung ihren Höhepunkt fand.

Auf dem Symposium Symposium: Josef Laumer, <br />stv. Landrat Straubing-Bogen; Reinhold <br />Erlbeck, Vorstandsvorsitzender C.A.R.M.E.N. <br />e.V.; Edmund Langer, stv. Geschäftsführer <br />C.A.R.M.E.N. e.V.; Markus Pannermayr, Ober-<br />bürgermeister Stadt Straubing; Prof. Dr. <br />Martin Faulstich, Sachverständigenrat <br />für Umweltfragen; Dr. Bernhard Widmann, <br />Sprecher des Kompetenzzentrums für <br />Nachwachsende Rohstoffe. <br />Foto: Straubinger Tagblatt, Unterholzner”></td>
</tr>
<tr>
<td style=Auf dem Symposium Symposium: Josef Laumer,
stv. Landrat Straubing-Bogen; Reinhold
Erlbeck, Vorstandsvorsitzender C.A.R.M.E.N.
e.V.; Edmund Langer, stv. Geschäftsführer
C.A.R.M.E.N. e.V.; Markus Pannermayr, Ober-
bürgermeister Stadt Straubing; Prof. Dr.
Martin Faulstich, Sachverständigenrat
für Umweltfragen; Dr. Bernhard Widmann,
Sprecher des Kompetenzzentrums für
Nachwachsende Rohstoffe.
Foto: Straubinger Tagblatt, Unterholzner

Im gleichnamigen Vortrag von Prof. Dr.-Ing. Martin Faulstich, dem Vorsitzenden des Sachverständigenrates für Umweltfragen, Berlin, wurde deutlich, dass die derzeitigen Wirtschaftssysteme nicht nachhaltig sind, weder finanziell noch ökologisch.

Die aktuellen Meldungen der Medien über die Wirtschaftskrise lassen viele wichtige Themen wie Klimawandel, Rohstoffverknappung und die Zerstörung von Ökosystemen in den Hintergrund rücken. Die stoffliche und energetische Nutzung von Biomasse ist aber laut Prof. Faulstich der richtige Ansatz: bei der Nachhaltigkeit geht es konzeptionell genau darum, nur so viel zu nutzen, wie nachwächst, und nicht von der Substanz fossiler Ressourcen und damit auf Kosten nachfolgender Generationen zu leben.

Sein Fazit lautete deshalb: “Wir sind gut beraten, wenn wir in der Krise nicht an überholten Strukturen festhalten, sondern uns auf neue Lösungen einlassen – mit Kreativität, Mut und Tatkraft, aber auch mit kritischem Sachverstand und Reflektion. Wir haben die Chance, eine positive Zukunft für die Menschheit zu gestalten, wenn wir die Synergien nutzen, die solche Innovationen bieten: für eine gesunde Wirtschaft und einen gesunden Planeten.”

Wie neue Lösungen und Innovationen aussehen können, wurde anschließend in den verschiedenen Fachblöcken präsentiert. Dabei ging es im Fachblock energetische Nutzung um Betriebsdatenvergleiche, Qualitätsmanagement und Contracting von Biomasse-Heizwerken. Unter dem Thema Rahmenbedingungen und Förderprogramme wurden das EEG 2009, ordnungspolitische Regelungen für den Wärmemarkt und Evaluierungen des Marktanreizprogrammes vorgesellt.
Parallel hierzu fanden die Fachblöcke aktiver Klimaschutz und industrielle Nutzung von Biomasse statt. Über den Wettbewerb Bioenergie-Regionen, die Klimaschutzkommune Ascha und das Klima:aktiv-Programm Österreichs wurde ebenso referiert wie über aktuelle Forschungsthemen aus Straubing, die Vermarktung von Dämmstoffen und die Nutzung von Algen.

Preisverleihung: Dr. Hermann Balle, Medienpreis <br />der Stiftung Nachwachsende Rohstoffe 2009; <br />Peter Pelz, Stifter des Ernst-Pelz-Preises mit <br />Sohn Jochen Pelz; Landwirtschaftsminister <br />Helmut Brunner; Diether Schlottmann, Geschäfts-<br />führer Lopper Kesselbau GmbH, Förderpreis <br />Nachwachsende Rohstoffe des Bayerischen Staats-<br />ministeriums für Landwirtschaft und Forsten 2008; <br />Xaver Haas aus Falkenberg, Ernst-Pelz-Preis 2008.”></td>
</tr>
<tr>
<td style=Preisverleihung: Dr. Hermann Balle, Medienpreis
der Stiftung Nachwachsende Rohstoffe 2009;
Peter Pelz, Stifter des Ernst-Pelz-Preises mit
Sohn Jochen Pelz; Landwirtschaftsminister
Helmut Brunner; Diether Schlottmann, Geschäfts-
führer Lopper Kesselbau GmbH, Förderpreis
Nachwachsende Rohstoffe des Bayerischen Staats-
ministeriums für Landwirtschaft und Forsten 2008;
Xaver Haas aus Falkenberg, Ernst-Pelz-Preis 2008.

Staatsempfang mit Preisverleihung im Straubinger Karmelitenkloster
Vor 200 geladenen Gästen eröffnete der Bayerische Staatsminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Helmut Brunner, den abendlichen Staatsempfang im Straubinger Karmelitenkloster, mit einem Festvortrag. Er betonte, dass Holz bei der Energieerzeugung aus Nachwachsenden Rohstoffen in Bayern den Löwenanteil stellt. Welche Aspekte und Wirtschaftszweige mit diesem Multitalent zusammenhängen, stellte Brunner bei der anschließenden Preisverleihung heraus.

Ernst-Pelz-Preis 2008
Zunächst wurde der Ernst-Pelz-Preis vorgestellt. Dieser geht auf eine private Initiative von Peter Pelz zurück, welcher den Preis nach seinem Vater benannt hat. Der Preis ehrt nach der Satzung “Persönlichkeiten, die sich durch Inkaufnahme wirtschaftlicher Risiken oder durch überragendes persönliches Engagement bei der Förderung heimischer nachwachsender Rohstoffe hervortaten und sich freiheitlich-humanen Grundwerten verpflichtet fühlen.”
Mit dem Ernst-Pelz-Preis 2008 wurde Xaver Haas aus Falkenberg geehrt, der sich als engagierter Unternehmer um den Holzbau in Europa verdient gemacht hat. Als “Visionär des Holzbaus in Europa” hat Haas die Holzwirtschaft und den Holzbau geprägt. Weit über die eigenen geschäftlichen Interessen hinaus engagiert er sich für die Anliegen der Holzwirtschaft und des Holzbaus sowie das öffentliche Gemeinwohl und die Ausbildung junger Menschen.
Haas erklärte, das Preisgeld von 10.000 Euro einem noch auszuwählenden Institut für Forschungstätigkeiten zum Einsatz von Nachwachsende Rohstoffen zur Verfügung zu stellen.

Förderpreis Nachwachsende Rohstoffe 2008
Der Förderpreis Nachwachsende Rohstoffe des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten richtet sich an Personen oder Institutionen, die ein herausragendes Produkt oder eine Produktgruppe auf Basis heimischer Nachwachsender Rohstoffe entwickelt haben. Der Förderpreis Nachwachsende Rohstoffe 2008 ging an die Firma Lopper Kesselbau GmbH in Rohr/Alzhausen, vertreten durch Geschäftsführer Diether Schlottmann. Die Auszeichnung wurde der Firma für Entwicklung des Holzvergaserkessels “Timber” verliehen. Dieser Kessel ist mit einer automatischen Beschickung ausgestattet und stellt damit eine Weltneuheit dar. Durch die Feuerraum- und Heizflächengestaltung sowie eine Vorvergasung und Nachverbrennung wird giftiges Kohlenmonoxid vermieden und es bildet sich weniger Stickoxide und Kohlenwasserstoffe. Hierdurch erreicht der Kessel außerdem höchste Wirkungsgrade. Die automatische Beschickung ist als Fördereinheit seitlich am Kessel angebracht. Über eine Befülltüre können Halbmeterseite eingelegt werden, die bei Wärmebedarf über Ketten in eine Übergangsschleuse und anschließend in den Brennraum befördert werden. Hier kann es automatisch angezündet werden. Diese automatisierte Konstruktion gewährt dem Nutzer bis zu zwei Wochen Unabhängigkeit von Handarbeit. Eine “Anwesenheitspflicht im Winter”, wie sie bislang beim Verfeuern von Scheitholz erforderlich war, wurde damit gegen deutlich mehr Freiheit und Komfort getauscht. Das Preisgeld will die Fa. Lopper in Marketingstrategien investieren, die den “Timber” im Markt anschieben sollen, stellte Dieter Schlottmann in Aussicht. Wie auch der Ernst-Pelz-Preis blickt der Förderpreis auf eine lange Tradition zurück und wurde bereits zum 17. Mal verliehen.

Medienpreis Nachwachsende Rohstoffe 2009
Der dritte durch den Minister vergebene und mit 2.500 Euro dotierte Preis wurde in diesem Jahr zum zweiten Mal verliehen. Es handelte sich um den Medienpreis Nachwachsende Rohstoffe 2009. Preisträger des Medienpreises 2009 ist Dr. Hermann Balle. Herr Dr. Balle ist seit 1963 in der Verlagsgruppe Straubinger Tagblatt/Landshuter Zeitung tätig, ab 1980 als Verleger und Herausgeber. Durch sein langjähriges persönliches Engagement und seine ausgezeichneten Kontakte zur Bayerischen Staatsregierung hat Herr Dr. Balle wesentlich dazu beigetragen, dass Straubing Wissenschaftsstadt geworden ist. Seinem Einsatz ist es zu verdanken, dass das Kompetenzzentrum für Nachwachsende Rohstoffe, als Ersatz für die entgangene Fachhochschule, in Straubing gegründet werden konnte.

Seit 1998 unterstützte er aktiv den Aufbau des Kompetenzzentrums mit seinen drei Säulen durch viele Berichte im Straubinger Tagblatt. Darüber hinaus machte er durch Redaktionsgespräche mit zahlreichen prominenten Besuchern des In- und Auslands das weltweite Interesse an der Straubinger Einrichtung publik. Seit Beginn an ist er Mitglied des Koordinierungsrates, 2005 war er eine entscheidende Persönlichkeit bei der Gründung und ist seither Vorsitzender des Hochschulstadtvereins. Das Preisgeld wird Balle jeweils zur Hälfte der Stiftung Nachwachsende Rohstoffe und dem Hochschulstadt Straubing e.V. zur Verfügung stellen.

Nachhaltige Mobilität, Biogas und Exkursion
Nachhaltige Mobilität unter den Aspekten Elektromobilität versus Biokraftstoffe, Nachhaltigkeitsverordnung, Reinkraftstoffstrategie, Herstellung von Bio-Ethanol und der Vorstellung eines Biogas-betriebenen Dieseltraktors standen am zweiten Veranstaltungstag auf dem Programm. Parallel hierzu tagten die Biogas-Interessierten zum Stellenwert von Biogas in der Landwirtschaft, der Konkurrenz von Biogas zu anderen erneuerbaren Energien, dem Bioerdgas aus fester Biomasse und der Biogasstrom-Vermarktung außerhalb des EEG. Eine Fachexkursion mit gut angemeldeten 60 Symposiumsteilnehmern zur Biogasanlage Aiterhofen, dem Straubinger Pelletwerk und dem BioCubator rundeten am Nachmittag die Veranstaltung ab.

Source: C.A.R.M.E.N. e.V., Pressemitteilung, 2009-07.

Supplier

Share on Twitter+1Share on FacebookShare on XingShare on LinkedInShare via email