14 November 2019

14. Global Bioplastics Award 2019: Finalisten veröffentlicht

Der "Biokunststoff Oskar" wird am 3. Dezember 2019 während der 14. European Bioplastics Conference 2019 in Berlin an den Gewinner vergeben

Bereits zum 14. Mal präsentiert die Fachzeitschrift „bioplastics Magazine“ den “Biokunststoffe Oskar”. Fünf Juroren aus Wissenschaft, Presse und Branchenverbänden aus Amerika, Europa und Asien haben die fünf Finalisten für den 14. Global Bioplastics Award ausgewählt. Der Preis wird am 3. Dezember 2019 während der 14. European Bioplastics Conference 2019 in Berlin an den Gewinner vergeben.

Der Global Bioplastics Award würdigt Innovationen, Erfolge und Leistungen von Herstellern, Verarbeitern, Markeninhabern oder Anwendern von Biokunststoffen. Um für die Teilnahme an der Preisverleihung in Frage zu kommen, muss das vorgeschlagene Unternehmen, Produkt oder die Dienstleistung in den Jahren 2018 oder 2019 entwickelt oder in den Markt eingeführt haben.

Die fünf nominierten Unternehmen / Produkte sind (ohne Rangfolge):

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© bioplastics Magazine

Carbiolice (Riom, Frankreich) – Enzymatisches Masterbatch, das PLA home-compostable macht

Im Dezember 2018 brachte Carbiolice sein enzymatisches „Evanesto“ Masterbatch auf den Markt – ein Additiv, das es PLA ermöglichen soll, unter typischen Kompostierungsbedingungen im heimischen Gartenkompost biologisch abzubauen. Auch wenn PLA sehr gute Eigenschaften für viele Anwendungen bietet, beschränkt sich seine biologische Abbaubarkeit derzeit auf die industrielle Kompostierung. Carbiolice hat nun Evanesto entwickelt, ein neues enzymatisches Additiv, das als Masterbatch verwendet werden kann und das PLA-Polymer im heimischen Garten kompostierbar machen soll.

“Das Masterbatch wird in einer Konzentration von weniger als fünf Prozent einer Mischung mit einem hohen PLA-Gehalt bei herkömmlichen Verarbeitungsprozessen wie Folienextrusion, Thermoformen und Spritzgießen zugesetzt. Es beschleunigt den natürlichen PLA-Bioabbauprozess und macht ihn so geeignet für die Kompostierung zu Hause”, erklärt Clémentine Arnault, R&D Manager bei Carbiolice.

Erste Tests an dünnen Folien aus 30 Prozent PLA und fünf Prozent Evanesto sowie anderen biologisch abbaubaren und biobasierten Polyester, wie biobasiertem PBAT, TPS….), die vom unabhängigen Labor OWS durchgeführt wurden, haben den Angaben zufolge gezeigt, dass der vollständige Abbau innerhalb eines Zeitraums von sechs Monaten unter Heimkompostierbedingungen erreicht werden soll.

Tests an dickeren Folien, die durch Kalandrieren und Thermoformen erzeugt wurden, seien noch im Gange, aber die ersten Ergebnisse seien sehr positiv.

Anfang des Jahres haben Carbiolice und Carbios eine gemeinsame Entwicklungsvereinbarung mit dem dänischen Unternehmen Novozymes, einem weltweit tätigen Hersteller von Enzymen, über die Herstellung und Lieferung von Enzymen für die Herstellung von home-compostable PLA-Kunststoffen unterzeichnet.

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© bioplastics Magazine

Bio4self (15 Partner aus der EU) – Eigenverstärkte PLA Verbundwerkstoffe

Eigenverstärkte PLA-Verbundwerkstoffe, die im Rahmen des vom Europäischen Forschungsfonds H2020 geförderten Bio4self-Projekts entwickelt werden, sollen völlig neue Anwendungsgebiete für den biobasierten Kunststoff PLA eröffnen.

Im Projekt werden zwei verschiedene PLA-Typen mit unterschiedlichen Schmelztemperaturen zu einem selbstverstärkten PLA-Verbund (PLA SRPC) so kombiniert, dass das höher schmelzende PLA als Verstärkungsfaser in die niedriger schmelzende Matrix eingebettet wird. Die daraus resultierende Materialsteifigkeit soll mit handelsüblichen, selbstverstärkten Polypropylen (PP)-Verbundwerkstoffen konkurrieren können. Damit soll es möglich sein, mechanisch anspruchsvolle Komponenten unter anderem für die Bereiche Automobil und Elektrohausgeräte herzustellen.

Obwohl die entwickelten Verbundwerkstoffe für hohe mechanische Festigkeit und Steifigkeit sowie für Hochtemperatur- und Hydrolysestabilität funktionalisiert wurden, sollen sie wie reines PLA vollständig biobasiert, leicht recycelbar, formbar und sogar industriell biologisch abbaubar sein.

Diese großtechnischen Verbundwerkstoffe sollen einen Meilenstein in der Entwicklung funktionalisierter, mechanisch hochfester, biobasierter Materialsysteme darstellen. Darüber hinaus soll die Entwicklung einen wesentlichen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft leisten.

Als Beispiel wurde die Anwendung in einer Autositzstruktur auf der Fachmesse JEC Composite im März 2019 gezeigt. Während der Messe wurde dieses Projekt mit dem JEC Innovationspreis für Nachhaltigkeit ausgezeichnet, der bei der Verleihung des JEC Innovationspreises am 12. März 2019 verliehen wurde.

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© bioplastics Magazine

Kartell (Italien) – Modulares Aufbewahrungs-System aus Bio-on’s Biokunststoff

Kartell (Noviglio, Mailand, Italien) bietet eine neue, umweltfreundliche und nachhaltige Version eines seiner Bestseller an – ein modulares Aufbewahrungssystem aus dem 100 Prozent natürlichen Biokunststoff von Bio-on (Bologna, Italien). Der Schrank Componibili, der in zylindrischer Form mit Schiebewänden ausgeführt ist, wurde im Jahr 1967 erstmals von der italienischen Designerin und Kartell-Mitbegründerin Anna Castelli Ferrieri entworfen. Das 50-jährige Design ist in vier Farben erhältlich: Grün, Rosa, Creme und Gelb in der Dreimodulversion.

Ursprünglich in den 1960er Jahren aus ABS-Kunststoff hergestellt, besteht die aktualisierte Biokunststoffeinheit aus dem PHB-Material von Bio-on, das aus landwirtschaftlichen Abfällen hergestellt wird.

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© bioplastics Magazine

Dantoy (Dänemark) – Biobasiertes Spielzeug

Im Februar 2018 brachte Dantoy, seit mehr als 50 Jahren Hersteller von Qualitätsspielzeug in Dänemark, seine neue Bio-Produktlinie auf den Markt. Heute werden mehr als 15 Prozent aller Produkte von dantoy aus Braskem’s „Green PE“ hergestellt, geliefert von FKuR. Mitten in Jütland in Dänemark gelegen und mit rund 50 Mitarbeitern verfügt dantoy über eine Produktionsfläche von 15.000 Quadratmetern. Darüber hinaus beschäftigt dantoy eine Reihe von Mitarbeitern, die die Produkte zu Hause oder in Behindertenwerkstätten montieren.

Alle Kunststoffspielzeuge von Dantoy sind mit dem Nordic Swan Umweltzeichen ausgezeichnet und müssen daher die weltweit strengsten Anforderungen an Inhaltsstoffe erfüllen, die weit über das dänische Recht hinausgehen.

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© bioplastics Magazine

Nölle Kunststofftechnik and Fraunhofer IAP – Neuartige Schiene für Knochenbrüche

Für die Ruhigstellung von Knochenbrüchen wurde eine neuartige Schiene aus PLA entwickelt, die während der Behandlung immer wieder neu geformt werden kann, beispielsweise, wenn die Schwellung nachlässt.Plasti

Das neue Immobilisierungskonzept „Recast“ wurde von der Nölle Kunststofftechnik entwickelt. Es nutzt unterschiedlich große, vorgeformte Schienen aus biobasiertem und biologisch abbaubarem PLA. Die Schienen werden auf 55°C bis 65°C erwärmt. Die Temperatur der Schienen wird dann auf ein Minimum reduziert. Der nun formbare Kunststoff wird so geformt, dass er zu dem entsprechenden Teil des Körpers passt. Dieser Vorgang dauert etwa fünf Minuten. Sind Korrekturen erforderlich, kann die gehärtete Schiene einfach wieder erwärmt werden.

Bei der Entwicklung des Materials arbeitete der Kunststoffverarbeiter eng mit den Polymer-Entwicklern des Fraunhofer IAP in Potsdam-Golm zusammen. Es wurde beschlossen, PLA als Basispolymer zu verwenden, einen Biokunststoff, der für die meisten Anwendungen einen großen Nachteil hat: Bei ca. 58°C wird es weich. Der niedrige thermische Erweichungspunkt von PLA sei ein großer Vorteil bei der Verwendung als orthopädische Schiene. Das bedeute, dass das Produkt durch Erwärmen wiederholt und schnell geformt werden kann. Die Fraunhofer-Forscher kombinierten PLA mit geeigneten Füllstoffen und entwickelten eine Formulierung, die allen Anforderungen gerecht wurde. Darüber hinaus stellten sie sicher, dass das Material auch in branchenrelevanten Mengen produziert werden konnte.

Um die Schiene für den Patienten noch komfortabler zu machen, verfügen die „Recast“-Produkte zusätzlich über eine Vliesstoffschicht aus PLA und Viskose, die gemeinsam mit dem Sächsischen Textilforschungsinstitut in Chemnitz entwickelt wurde.

Source: Plasticker, 2019-11-07.

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