16 März 2004

10 Jahre Thermoholz in Finnland

Das Institut für Holztechnologie Dresden (ihd) lädt zum 2. Europäischen Thermoholz-Workshop (ETW) in Dresden am 6. und 7. Mai 2004 ein

Im Mittelpunkt des praxisorientierten Workshops stehen in diesem Jahr der Stand von Forschung und Entwicklung sowie die Marktsituation und Produktsicherheit von Thermoholz. Aufbauend auf den Erfolg des 1. Thermoholztages in Dresden wird somit zur Kommunikation zwischen Technologieentwickler, Hersteller, Handel, Architekten und Verarbeiter fortgesetzt.

Es hat sich viel geändert in dem letzten Jahr: Neue Technologien stellen sich den Herausforderungen des Marktes, und die Qualität des angebotenen Thermoholzes verbessert sich weiter. Viele der angebotenen Sortimente sind recht ordentlich und werden dankbar von der Kundschaft angenommen. Vor allem die Anwendung im Bereich der Parkette und Bodenbeläge erfreut sich größeren Zuspruchs. Einzelne Hersteller konnten somit Ihre Kapazität verdoppeln!

Dennoch musste sich das Institut für Holztechnologie Dresden (ihd) mit einzelnen Reklamationen, hervorgerufen durch natürliche Phänomene des Thermoholzes, beschäftigen. Zum einen gibt es Verständigungsschwierigkeiten zwischen Hersteller, Handel und Verarbeiter. So werden behandelte Hölzer vielfach in Anwendungen gebracht, für die sie nicht geeignet sind und können folglich nicht halten, was sie versprechen. Und versprochen wird von einigen Herstellern zum anderen ohnehin leider zu viel, vielleicht resultierend aus Unwissenheit. Leidtragende sind im Endeffekt die Kunden. So werden Thermohölzer entweder gehasst oder heiß geliebt!

Die Liebe zu den Thermohölzern ist es, welche die Hersteller, Händler, Verarbeiter und Architekten aus ganz Europa in den Maitagen wieder nach Dresden zum Institut für Holztechnologie Dresden zieht. Hier findet in diesem Jahr zum zweiten Mal der Europäische Thermoholz-Workshop am 6. und 7. Mai statt.

Vor allem freuen sich die Veranstalter über den regen Zuspruch aus der Industrie. So konnten namhafte Sponsoren wie die Finnish Thermowood Association (TWA; Finnische Vereinigung der Thermoholz- Anlagenhersteller und -Produzenten) unter Führung von Herrn Timo Saarainen, sowie die Firmen Finnforest (FIN), StoraEnso (FIN), SWM-Wood (FIN), Plato (NL) und Barkett (RUS) gewonnen werden.

Der erste Tagungstag beschäftigt sich mit der Forschung und Entwicklung von Thermoholz. Er beginnt um 13:00 Uhr, um den Teilnehmern eine angenehme Anreise zu ermöglichen. Zur Einführung wird Herr Dr. Scheiding (ihd) einen Überblick zu den ersten wissenschaftlichen Ergebnissen des vom Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit (BWMA) geförderten Forschungsprojektes vorstellen, welches den Einsatz von Thermoholz für Spielplatzgeräte zum Inhalt hat. Die durchgeführten Arbeiten zu thermisch vergütetem Holz an der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich (CH) wird Herr Bächle vorstellen.

Thermoholz scheint das ideale Holz für die Fensterherstellung zu sein. Es bietet die erforderlichen Eigenschaften, wie Resistenz gegen holzzerstörende Pilze und Dimensionsstabilität. Was hindert den Fensterbau, dieses Holz einzusetzen? Dies beleuchtet Herr Krause von der Universität Göttingen (D) in seinem Beitrag.

Dem Einen “stinkt” es, und der Andere findet es einfach “dufte”. Der anfängliche Geruch von Thermoholz ist eben nicht von der Hand zu weisen. Wie sieht es aber nun wirklich mit der Gesundheits- und Umweltrelevanz von Thermoholz aus? Getätigte Untersuchungen an dem FH Holztechnikum Kuchl (A) werden von Herrn Hanger erläutert.

Ein wichtiger Vorteil von Thermoholz ist ohne Frage die Beständigkeit gegenüber Mikroorganismen. Aber wie weit her ist es nun mit der Beständigkeit? Frau Kruse (ihd) klärt auf.

Den Abschluss des Fachprogramms gestalten zwei Firmen, welche sich seit kurzem mit Thermoholz und seinen Möglichkeiten in der Weiterverarbeitung und Veredelung beschäftigen. Zum einen ist dies die Firma Barkett (RUS), welche seit ca. zwei Jahren bei Moskau Thermoholz produziert. Die Geschäftsführer Herr Bodrow und Herr Schanze werden ihre Firma, das Produkt und ihre damit verbundenen Visionen vorstellen. Zum anderen wird Herr Gut von der Firma Waxwood (D) die Produktvorteile seiner Weiterentwicklung von Thermoholz darstellen.

Am Abend lädt das Institut für Holztechnologie Dresden die Teilnehmer zum Thermoholztreff in das exklusive Restaurant-Ensemble “Italienisches Dörfchen” am historischen Theaterplatz zwischen Semperoper und Elbe ein. In schöner Atmosphäre können die Teilnehmer Kontakte knüpfen, die traditionelle sächsische Küche und die regionalen Getränke genießen.

Am 7.Mai beschäftigt sich das Fachprogramm mit der Herstellung, der Verarbeitung, dem Vertrieb und den Referenzen mit dem Themenschwerpunkt “10 Jahre Thermoholz in Finnland”. Den einleitenden Worten des Präsidenten der TWA (FIN), Herrn Timo Saarainen, wird Herr Mayes von der Firma StoraEnso (FIN) folgen und über die Eigenschaften und Klassifizierungen von finnischem Thermoholz referieren.

Aus der Praxis des deutschen Holzhandels berichtet Herr Wulff, Geschäftsführer der Firma Hagendorf und Sielmann (D), über die Besonderheiten des Kundenverhaltens und die Erfahrungen mit finnischem Thermoholz im Vertrieb. Die Firma Hagendorf und Sielmann vertreibt seit ca. 3 Jahren StellacWood in den Standorten Hamburg und Ottendorf-Okrilla bei Dresden.

Eines der größten Thermoholzobjekte befindet sich seit 2001 in Garbsen bei Hannover in Deutschland. Hier konnten der Architekt Herr Despang und der Geschäftsführer der Krogmann Ing.-Holzbau GmbH (D), Herr Krogmann, zu einem Werkbericht über das realisierte Thermoholz-Objekt gewonnen werden.

Eine der wichtigsten Aufgaben ist es, die Bekanntheit und die Produktsicherheit des Materials Thermoholz zu erhöhen. Wie sehen Architekten das neue Material? Herr Luig, Geschäftsführer der 3L Architekten und Industriedesigner (D), beleuchtet die architektenbezogene Erschließung der Marktpotenziale.

Im Abschluss des 2. Europäischen Thermoholz-Workshops, veranstaltet von dem Institut für Holztechnologie Dresden, findet eine von Dr. Scheiding geführte Podiumsdiskussion mit dem Thema “Gewährleistung, Probleme, Zukunft” statt. Hier können alle offenen Fragen mit den führenden Vertretern aus Industrie und Wissenschaft, Herstellern, Händlern, Architekten und Verarbeitern kontrovers diskutiert werden.

Eine Reihe von Fragen zu dem Thema Thermoholz werden sicher durch den Europäischen Thermoholz-Workshop in Dresden beantwortet. Trotzdem bleibt eine Reihe von Aufgaben, wie die bisher ungelöste Sicherung der Produktqualität bei allen Herstellern. Hierzu ist es notwendig, neue Prüfmethodiken und Sicherungssysteme der Produktionsüberwachung und Zertifizierung zu schaffen. Dies zu lösen, ist jetzt der Auftrag der Wissenschaft.

Es wäre wünschenswert, dass auch in Deutschland die Einsicht wächst, dass einheimische Thermohölzer eine sinnvolle Alternative zu chemisch behandelten Hölzern oder Tropenhölzern sind.

Das Institut für Holztechnologie Dresden stellt sich diesen Herausforderungen und wird wie bisher ein verlässlicher Partner an der Seite der Industrie und dem Handwerk sein! Die Organisatoren erwarten wieder einen regen Austausch zwischen Forschung und Industrie. (Kontakt und Anmeldung über Frau Krempler 0351-4662-343).

(Vgl. Veranstaltungshinweis vom 2004-05-06.)

Source: Pressemitteilung des Instituts für Holztechnologie Dresden vom 2004-03-15.

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