11 November 2004

1. Mitteldeutscher Bioenergietag in Jena

Große Reserven für die Energiegewinnung aus Holz in Thüringen

“Bioenergie ist ein gemeinsames Zukunfts- und Energiethema. Das bedeutet, dass wir weitsichtig reagieren und länderübergreifend gemeinsame Lösungen suchen müssen. Das beste Beispiel hierfür ist der neu ins Leben gerufene Mitteldeutsche Bioenergietag, der Hand in Hand mit dem 10. Thüringer Bioenergietag geht”, erklärte heute der Thüringer Minister für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt, Dr. Volker Sklenar, anlässlich des 1. Mitteldeutschen und 10. Thüringer Bioenergietages in Jena.

Die Abhängigkeit von den Ölressourcen und der wachsende Energieverbrauch verlangen greifbare Lösungen, umsetzbare Strategien und Handlungskonzepte, die eine alternative Energieversorgung bieten. In Deutschland kann der Energiebedarf nicht ausschließlich über Sonnen-, Wind- oder Wasserenergie gedeckt werden. Wind- und Wasserkraft machen ca. 16 bzw. 18 Prozent der im letzten Jahr erzeugten erneuerbaren Energien aus. Rund 62 Prozent der im vergangenen Jahr in Deutschland erzeugten erneuerbaren Energien stammen aus Biomasse, die nach Berechnungen des Bundeswirtschaftsministeriums insgesamt jedoch nur rund zwei Prozent zur Energieversorgung in Deutschland beiträgt. “Hier liegen Reserven. Das Potenzial der Bioenergie in Deutschland ist bei weitem noch nicht ausgeschöpft”, so Minister Dr. Sklenar.

In Thüringen werden ca. 14 Prozent der Ackerfläche für die energetische Produktion genutzt. Mittel- und langfristig ist durch den zusätzlichen Anbau von 20.000 ha Energieholz und Energiegetreide eine Nutzung von 18 Prozent der Ackerfläche für den Energiepflanzenanbau möglich.
Aber nicht nur die Landwirtschaft ist Biomasse-Produzent. Infolge nachhaltiger Forstwirtschaft wird im Freistaat Thüringen der derzeit umfänglichste Nachwachsende Rohstoff, das Holz, produziert. Das in Thüringen neben der stofflichen Verwertung nutzbare und unter den derzeitigen wirtschaftlichen Bedingungen verfügbare Potenzial an Waldenergieholz wurde mit ca. 350.000 Festmetern angegeben.

“In Zeiten der Veränderung und Neuausrichtung durch umfassende Reformen der EU-Agrarpolitik und angesichts der angespannten Situation der öffentlichen Haushalte sind die land- und forstwirtschaftlichen Betriebe mehr denn je gefordert, sich stärker am Markt zu orientieren und Wege zu prüfen, um neue Einkommensquellen zu erschließen. Für die Landwirtschaft stellen die Bioenergieerzeugung und die Erschließung des damit verbundenen Wertschöpfungspotenzials eine wichtige Chance zur Einkommensdiversifizierung dar. Es gilt, die Energiegewinnung effizient in einer globalisierten Welt zu gestalten”, so der Minister.

Source: Pressemitteilung 260/04 des Freistaats Thüringen vom 2004-11-10.

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